Zunächst: Wenn es eine Formel für Kreativität gäbe (vielleicht wie WDF*IDF), dann ... nein, es gibt dafür keine Formel und (zumindest hier) keine Definition. Kein Mensch, auch kein Wissenschaftler, kann definieren, was Kreativität ist, vielleicht versuchen zu erklären, wie sie funktioniert.
Formel oder Kreativität?
Kreativität bedeutet frei sein im Geist und
kann ganz allgemein als die Fähigkeit beschrieben werden, Neuartiges zu schaffen. Bei diesem Vorgang ergeben sich Verknüpfungen von Informationen, die es vorher in der Wahrnehmung noch nicht gab.
Kreativität ergibt von selbst, kann aber auch künstlich herbeigeführt werden (siehe Kreativitätstechniken) und bedeutet in jedem Fall aber nicht, dass jeder zu einem berühmten Erfinder, Künstler oder Designer wird! Was in seiner Wahrnehmung neu und kreativ erscheint, heißt noch lange nicht, dass alle anderen es auch so sehen bzw. empfinden. Bei der persönlichen, eigenen Kreativität geht es darum auch gar nicht. Wichtig ist, dass man diese von Natur aus vorhandene Fähigkeit der "Verknüpfungen" unter Beachtung und Vermeidung negativer Folgen (siehe Punkt 5) für sich beibehält bzw. Raum gibt!
Am Rande bemerkt: Auch Wissenschaftler sind im Grunde kreativ, denn Wissenschaft funktioniert nach dem Prinzip von Versuch und Irrtum (d.h. es werden Verknüpfungen geschaffen und wieder verworfen).
Auf die Verknüpfungen allein kommt es allerdings ebend auch nicht an - ansonsten wären Google, Facebook etc., wahre Kreativitätsschleudern bei so vielen Verknüpfungen! Es zählt nicht die Quantität, sondern die Qualität der Verbindungen.
Und warum eigentlich kreativ sein? Geniale Einfälle sind z.B. Motivation und Motor für Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft. Damit z.B. die meisten Unternehmen existieren können, müssen
sie neue Produkte entwickeln. D.h. es müssen neue Ideen
"produziert" werden. Viele Unternehmen sind so auf der Suche nach der nächsten 100-Milliarden-Dollar-Idee. Naja, vielleicht auch nur nach der 1-Million-Dollar-Idee. Sind soziale Netzwerke eine solche Idee?
"Man
kann davon ausgehen, dass in 10 Jahren Produkte verkauft
werden, die es zu 50% heute so noch nicht gibt."
Diese Aussage habe ich Anfang 2004 hier niedergeschrieben. Was hat sich in dieser Zeit alles getan? TabletPC und Smartphones gab es 2004 kaum, schnelle und vor allem taugliche mobile Internetverbindungen (3G/4G) ebenso wenig. Soziale Netzwerke - was war Facebook 2004? MySpace war der Hype damals.
Ein anderes Beispiel für kreativ sein: Ausreden (er)finden, auch nicht die Wahrheit sagen oder lügen genannt, siehe Punkt 5.
Jeder Mensch ist mehr oder weniger kreativ, ständig werden (neue) Verknüpfungen gebildet, aber auch wieder verworfen.
Viele Menschen glauben, das Kreativitätspotential wird vom Alter beeinflußt. Dies ist richtig, allerdings nicht im zeitlichen Sinne, sondern im Sinne von Erfahrungen, Wissen, Prägungen, Verhaltensmuster etc., welche sich ein Mensch im Laufe seines Lebens zulegt und/oder auferlegen lässt. Ältere Menschen sind damit oft nicht mehr so "frei" im Geist (siehe Punkt 1).
Kinder sind i.d.R. dagegen von Natur aus kreativer, da sie kaum künstlich aufgestellte
Regeln kennen, in vielen Dingen weniger oder keine Erfahrungen haben und sich nicht nach Methoden, Muster, Zwängen usw.
richten. Allerdings fehlt Kindern z.B. Fachwissen, so dass diese in den wenigsten Fällen z.B. eine Flugzeugturbine neu entwickeln könnten. Das bedeutet: Was die Alten zu viel haben (Regeln, Muster, Zwänge, Prägungen), haben die Jungen zu wenig (Fachwissen).
Merke daher: Viele Informationen und keine Regeln gelten als eine Voraussetzung für den Vorgang der Kreativität und bestimmen so das Kreativitätspotential. Egal in welchem Alter.
Oft wird auch behauptet, dass das Kreativitätspotential abhängig ist von der unterschiedlichen Ausprägung des Gehirns, bzw. der
rechten und linken Gehirnhälfte. Die linke Gehirnhälfte
ist in diesen Behauptungen i.d.R. Sitz des Sprachzentrums und hier findet das Denken
statt. Die rechte Gehirnhälfte soll für alle Sinneseindrücke,
aufblitzende Ideen und Bilder verantwortlich sein. Ich weiss nicht, ob dies so stimmt. Aber ich selbst kenne Menschen, bei denen sich Gehirnfunktionen einen neuen Weg zur Durchführung ihrer Aufgaben gesucht bzw. gebildet haben. Daher würde ich nicht sagen, dass ein bestimmter Teil des Gehirns unbedingt für eine bestimmte Aufgabe zuständig sein soll. Ich glaube, so ein Gehirn ist flexibler als bekannt, und das Kreativitätspotential ist davon gar nicht abhängig. Wer sagt denn überhaupt, dass und welche Informationen im Gehirn gespeichert werden?
. Kreativitätstechniken
Kreativität und Techniken? Klingt seltsam, widerspricht es doch der Beschreibung von Kreativität, da die Anwendung einer Technik schon begrenzend wirkt (Technik unterliegt Regeln!) und nicht "frei" sein kann. Wie oben kurz beschrieben sind Erfahrungen, Verhaltensmuster, Gewohnheiten, Regeln, Zwänge, Ängste etc. größte Feinde jeder Kreativität und Kreativitätstechniken haben daher nur eines zum Ziel: Aufheben und Ausschalten dieser "Feinde". Dabei wird in Gruppen (Kreativiteams) gearbeitet, wodurch des Einzelnen eigene Regeln und Muster mehr oder weniger eliminiert werden bzw. nicht zum Tragen kommen sollen. Es gilt: Kreativteams von Personen mit sehr eigenen unterschiedlichen Mustern und Prägungen können eine sehr hohe Kreativität entwickeln.
Bekannte Kreativitätstechniken sind folgende:
• Brainstorming
• Brainwriting
• Umkehrtechnik
• Mind Mapping
• Synectics
• Reizworttechnik
• Reverse Engineering
Brainstorming
(Gedankensturm)
Zusammenstellen
einer Gruppe mit 6 bis 10 Teilnehmern und einem
zusätzlichen Gruppenleiter.
Im
Vorfeld der Sitzung definiert der Gruppenleiter
das Problem.
Zur
Lösung des definierten Problems macht die Gruppe
Vorschläge. Diese werden auf einer Tafel/Flipchart notiert.
Eine
Brainstorming-Sitzung sollte nicht länger als ca.
30 Minuten dauern. Nach einer Pause beginnt man
zusammen mit der Analyse der Ideen.
Brainstorming Regeln:
• Die Vorschläge werden nicht sofort beurteilt.
• Keine Idee ist falsch; alle Ideen sind willkommen.
• Im Vordergrund steht die Quantität der Beiträge.
• Weiterentwicklung durch Kombination der Ideen.
Brainwriting
Definition
des Problems.
Lösungsvorschläge
der Teilnehmer werden schriftlich niedergelegt.
Beschriebene
Zettel mit den Ideen werden nach einer bestimmten
Zeitspanne zum Nachbarn weitergegeben.
Die
nächste Person hat somit die Gelegenheit, die
Gedanken des vorangegangenen Nachbarn
aufzugreifen und weiterzuentwickeln. Dadurch
entstehen neue Ansätze und Lösungen.
In
den meisten Fällen reicht es aus, das Blatt
einem dreimaligen Tauschzyklus zu unterziehen.
Nach
Beendigung des Austauschens werden die Lösungen
entweder laut vorgelesen oder auf einem Flip-Chart
der Allgemeinheit präsentiert.
Umkehrtechnik
Beim
Brainstorming und Brainwriting kann immer wieder
festgestellt werden, daß Kreativteams die Lösungsansätze
ausschließlich aus der eigenen Perspektive (Was
können wir dem Produkt an Neuheiten mitgeben?)
bzw. vom Standpunkt des Herstellers aus verfolgen. Die
Ideen zielen dann auch immer in die gleiche Richtung. Zu
völlig neuen Einsichten wird man gewöhnlich kommen,
wenn der Standpunkt gewechselt wird. Im Mittelpunkt
sollten die Anforderungen des Kunden (Welche
neuen Eigenschaften sollte das Produkt aufweisen?)
stehen.
Beispiel: In der Regel wird ein gepflegter Rasen mit einem Rasenmäher kurz gehalten. Dies kann man nun mehrmals im Jahr tun, da der Rasen immer wieder nachwächst. Nach der Umkehrtechnik könnte man jetzt den Standpunkt wechseln und auf die Idee kommen (kreativ sein), ob man nicht dem Rasen "beibringen" kann, immer nur eine geringere Wuchshöhe zu erreichen. Vorteil: Man bräuchte nie wieder Rasenmähen.
Mind
Mapping
Die
Beschreibung des Objektes oder des Problems wird
in das Zentrum des Papierbogens geschrieben. Um
den zentralen Kern wird danach ein Kreis
gezeichnet.
Jeder
erstellte "Ast" wird einem ausführlichen
Brainstorming unterzogen, um kleinere "Äste"
zu bilden, d.h., das Problem wird möglichst tief
detailliert. Die Gedanken werden dann auf immer
neuen "Ästen" platziert und vom Kern
ausgehend gezeichnet.
Durch
geeignete Visualisierungshilfen, wie Symbole oder
Farben, wird die Gruppierung bestimmter
Sachverhalte möglichst einfach realisiert bzw.
die Übersicht erleichtert.
Kontrollieren
der in Beziehung stehenden "Äste" bezüglich
zu entwickelnder Lösungsmöglichkeiten.
Reizworttechnik
Grundlage dieser Technik bilden Reizwörter bzw. Reizbilder. Es wird dabei versucht, Merkmale von vollkommen anderen Begriffen/Objekten auf die eigene Problemstellung zu übertragen. Zunächst wird sich über die Beschaffung von Reizwörtern verständigt (1.Schritt). Zum Beispiel könnte man einfach ein Buch irgendwo aufschlagen und auf der linken Seite das erste Hauptwort (Objekt) als Begriff (Dingwort) herausnehmen.
Danach besteht für die Teilnehmer des Kreativteams die Aufgabe, dieses Objekt zu beschreiben (2.Schritt). Im nächsten Schritt (3.) geht es darum, die gefundenen Beschreibungen auf neue Ideen/Produkte zu projizieren bzw. davon abzuleiten/adaptieren.
Beispiel
Problemstellung: Ein Unternehmen stellt Desktop-PCs her und möchte seine Produktpalette verändern bzw. erweitern. Die Mitarbeiter des Unternehmens wenden daraufhin folgende Schritte der Reizworttechnik an:
Schritt: Es wurde als Objekt(wort) Auto gefunden und zwar dadurch, weil es das erste (Objekt)Wort im ersten Prospekt aus dem heutigen Posteingang war.
Schritt: Das Objekt(wort) Auto wird beschrieben. - man ist damit mobil - gibt es in verschiedensten Farben - gibt es mit E-, Benzin-, Diesel-Antrieb ...
Schritt: Ableiten/Adaptieren der gefundenen Merkmale auf die eigene Problemstellung - PC mobil machen - PC in verschiedenen Farben anbieten - PC mit alternativen Antrieb finden
. Verhindern von Kreativität / Kreative Ansätze versanden lassen, so gehts:
Stellen Sie Regeln, Gebote und Verbote auf und halten Sie sich strikt daran!
Vermeiden Sie jedes Risiko und bauen Sie immer auf Sicherheit!
Haben Sie Angst vor Veränderungen und Neuem!
Schaffen Sie sich eine ungemütliche Atmosphäre!
Prägen Sie sich und Ihre Mitmenschen!
Lernen Sie alles auswendig und hinterfragen Sie nichts!
Üben Sie heftige Kritik an allen kreativen Menschen!
Und: Zwingen Sie Ihre Mitmenschen, es Ihnen gleich zu tun!
Kreativität kann auch zu negativen Entwicklungen führen und gravierende Folgen haben. Das passiert immer dann, wenn die Wahrnehmung nicht auf die Gesamtheit (das Wohl aller Lebewesen) gerichtet ist.
Beispiele sind z.B. Bau und Einsatz der Atombombe, Analog-Käse und Fleisch-Imitate, EU-Bio-Sprit, kreative Finanzprodukte, oder auch viele Medikamente.
Kreativität selbst kann der größte Feind der eigenen Wahrnehmung sein bzw. werden. Das kommt daher, weil schon sehr sehr kurz nach der Wahrnehmung von Informationen bereits der Vorgang der Kreativität (Verknüpfungen bilden) beginnen kann. Je komplexer und schneller dieser Vorgang abläuft, umso mehr besteht die Gefahr, sich von der Ursprungs-Information (Realität) zu entfernen. Diese Tatsache kennt man daher, dass z.B. bei einem Unfall oder Verbrechen sich die meisten Menschen (Opfer) zwar noch an grobe Einzelheiten erinnern können, nicht aber mehr an Details (z.B. RAF-Buback-Mord).
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Texte schreiben für Google oder für die Menschen
Mut.Macht.Erfinderisch.
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 Der Kreativität freien Lauf lassen
Es streiten zwei Grundrechte", hatte der Richter während der Verhandlung am Vortag gesagt: Kunstfreiheit gegen Persönlichkeitsrecht.
Man sollte das Leben nicht nach der Menge der Atemzüge messen, die man macht, sondern nach den Momenten, die einem den Atem nehmen.